Behandlung einer Sinusitis

Die Mehrheit aller Sinusitis-Erkrankungen wird heute medikamentös behandelt, oftmals mit einem Antibiotikum. Da viele Ärzte keine Abstriche nehmen und dementsprechend kaum wissen können, ob die vorliegende Sinusitis viraler oder bakterieller Natur ist, wird proforma antibiotisch behandelt, obwohl eine virale Sinusitis auf Antibiotika nicht anspricht. In vielen Fällen gesellt sich jedoch zum Virusinfekt eine bakterielle Superinfektion, sodass die antibiotische Behandlung durchaus ihre Berechtigung hat. Das gilt auch bei Kindern.

Die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten bei Sinusitis

Neben Antibiotika werden bei einer akuten Sinusitis meist noch weitere Medikamente verordnet, die auch die Symptome der Entzündung lindern sollen. Aber auch Naturheilmittel, homöopathische Mittel, Rotlicht und Hausmittel können eine Nebenhöhlenentzündung lindern.

Medikamente gegen die Sinusitis-Symptome

 

Pflanzliche Arzneimittel helfen dabei, festsitzendes Sekret abfließen zu lassen.
Pflanzliche Arzneimittel helfen dabei, festsitzendes Sekret abfließen zu lassen.

Wirksam sind beispielsweise Paracetamol gegen eventuelles Fieber, Nasensprays für eine bessere Nasenatmung und Präparate, die den Sekretfluss verdünnen.

Pflanzliche Mittel zum Sekretabfluss
Besonders pflanzliche Präparate, etwa Sinupret, Sinuselect oder Gelomyrtol forte, zeigen eine ausgezeichnete Wirkung und vereinfachen das Abfließen des Sekrets.

Nasentropfen zum Abschwellen der Schleimhäute
Oftmals kommen zum Abschwellen und zur Hemmung der nasalen Entzündung auch cortisonhaltige Nasentropfen zum Einsatz. Hilfreich sind auch Nasenprays mit Panthenol- oder Meerwasseranteil, da sie nicht nur die Schleimhäute zum Abschwellen bringen, sondern die austrocknende Nasenschleimhaut auch mit Feuchtigkeit versorgen und die körpereigene Heilung aktivieren.

Antihistaminika

Liegt eine chronische Sinusitis vor, die nicht auf anatomischen Gegebenheiten, sondern auch einer Allergie basiert, können Antihistaminika helfen, die Beschwerden zu lindern. Häufig leiden beispielsweise Menschen mit Heuschnupfen oder einer Tierhaar- oder Hausstauballergie unter einer chronischen Sinusitis, weil die Nase ständig läuft, die Schleimhäute zu viel Schleim zur Reinigung produzieren und die Höhlengänge chronisch angeschwollen sind. In diesem Fall kann die Behandlung mit einem Antihistaminikum dazu beitragen, den Nasenfluss zu normalisieren und die Schleimbildung einzuschränken.

Homöopathie und Naturheilmittel

Auch die Naturmedizin hat einige wirksame Mittel bei Sinusitis zu bieten. Vor allem Eisenkraut, Schlüsselblumen, Sauerampfer, Holunderblüten und die Enzianwurzel haben einen positiven Einfluss auf den Krankheitsverlauf. So hemmen sie beispielsweise die Entzündung, befreien die Nase, lösen das zähe, festsitzende Sekret und stimulieren die Immunabwehr. Aus diesem Grund werden Kombipräparate aus diesen Naturkräutern auch immer bewusster von Fachärzten empfohlen.

Doch auch im Bereich der homöopathischen Potenzen, der sogenannten Globuli, finden sich wirkungsvolle Mittel. Gegen eine akute Nasennebenhöhlenentzündung helfen zum Beispiel:

  • Mercurius sulfuratus ruber in der Potenz D6
  • Kalium carbonicum in den Potenzen D6 bis D12
  • Cinnabaris in der Potenz D12
  • Hepar sulfuris calcareum in der Potenz D6

Hausmittel

 

Tee aus Salbei, Kamille oder Fenchel sind wohltuend bei Sinusitis.
Tee aus Salbei, Kamille oder Fenchel sind wohltuend bei Sinusitis.

Hausmittel sind eine gute Ergänzung zur antibiotischen Behandlung einer akuten Sinusitis, aber auch ideal zur Behandlung chronischer Verläufe.

Das wohl bekannteste Hausmittel ist das Inhalieren mit salzhaltigen oder entzündungshemmenden Lösungen. Zum Inhalieren eignen sich sowohl Kamille, Minzöl oder ätherischen Ölen. Eine Inhalation sollte nicht länger als zehn Minuten dauern. Ähnlich wie bei einer Rotlichtbehandlung sollten Betroffene vor dem Inhalieren ein abschwellendes Nasenspray benutzen, da die Inhalation unbedingt über die Nasenatmung erfolgen muss.

Weitere wirksame und unterstützende Hausmittel sind:

  • Kräutertees mit Salbei, Kamille und Fenchel
  • warme oder kalte Wadenwickel bei Fieber
  • Quarkwickel im Bereich der entzündeten Nebenhöhlen
  • Massagen mit Teebaumöl im Bereich der entzündeten Nebenhöhlen

Rotlicht wirkt schmerzlindend und heilend

Rotlicht gilt bekanntlich als unterstützendes Allheilmittel bei den unterschiedlichsten Leiden, so auch bei einer Sinusitis. Die sehr warmen Infrarotstrahlen erhitzen das bestrahlte Gewebe, fördern die Durchblutung und somit den Abfluss von Viren und Bakterien. Im Falle einer Sinusitis trägt die Rotlichtwärme außerdem dazu bei, die Nasengänge zu öffnen, was wiederum den Abfluss des Sekrets erleichtert.

Rotlicht wirkt in der Tiefe
Während andere Wärmelampen nur in die oberen Hautschichten oder maximalen bis ins Fettgewebe eindringen, gehen Infrarotstrahlen bis zu den Knochen und Gelenken vor, wirken also direkt an der Basis.

Abchwellendes Nasenspray vor Rotlicht-Behandlung
Vor einer Behandlung mit Rotlicht sollten Betroffene jedoch Nasenspray oder abschwellende Nasentropfen anwenden, damit das Nasensekret, welches durch das Rotlicht verflüssigt wird, ungehindert abfließen kann.

Operativer Eingriff

Eine Operation kann der letzte Ausweg sein, wenn eine konservative Behandlung keine Erfolge zeigt, wenn die Sinusitis chronisch verläuft und wenn die anatomischen Gegebenheiten es erforderlich machen. Es gibt verschiedene Operationstechniken, die zum Einsatz kommen können. Üblicherweise beschränkt sich die Operation jedoch auf eine unkomplizierte Punktion der Nebenhöhlen. Eine Narkose ist in dem Fall nicht nötig. Zwar ist die Prozedur äußerst unangenehm, jedoch von kurzer Dauer und äußerst effektiv. Der Arzt punktiert die Nebenhöhlen durch die Nasenwand mit einer Nadel und lässt Sekret sowie Eiter ab. Das lindert die Entzündung sehr schnell und nimmt den schmerzhaften Druck aus den Nebenhöhlen. Größere chirurgische Eingriffe, etwa die Begradigung der Nasenscheidewand werden hingegen stationär und unter Vollnarkose durchgeführt.

Sonstige Behandlungsmöglichkeiten

Grundsätzlich sollten Patienten, die unter einer Sinusitis leiden, ihre tägliche Flüssigkeitszufuhr erhöhen – das beschleunigt die Ausschwemmung der Bakterien und verflüssigt den zähen Nasenschleim. Auch Honig ist eine Wunderwaffe gegen Sinusitis. Honig hat entzündungshemmende und sogar antibakterielle Eigenschaften. Ein bis zwei Teelöffel Honig im Tee oder Lutschpastillen mit Honig und Zitrone machen der Entzündung schnell den Garaus und lindern auch die Schmerzen im Hals- und Rachenbereich, die durch das abfließende Sekret verursacht werden.

Sinusitis bei Kindern

Kinder leiden relativ häufig an Nebenhöhlenentzündungen, da sie grundsätzlich auch eher zu Erkältungen und Halsentzündungen neigen, aus denen sich eine Sinusitis entwickeln kann. Vor allem im Kindergarten und in der Schule besteht die Gefahr der Ansteckung.

Oft akut, selten chronisch
Gerade Kleinkinder, die Vieles mit den Händen anfassen oder gar in den Mund stecken, können sich schnell anstecken. Grundsätzlich verläuft eine Sinusitis bei Kindern eher akut und seltener chronisch. Häufig entwickeln sich in den befallenen Nebenhöhlen Eiterherde, die einer antibiotischen Behandlung bedürfen.

Meist ist Kieferhöhle betroffen
Wenn Kinder unter einer Nebenhöhlenentzündung leiden, so betrifft es meist die Kieferhöhlen. Entzündungen der Keilbein- oder Stirnhöhlen können hingegen erst kurz vor der Jugend ausprägen, da diese beiden Nebenhöhlen in jüngerer Kindheit noch gar nicht entwickelt sind. Die Kieferhöhlen sind hingegen schon bei der Geburt vollständig ausgeprägt.

Akuthilfe für erkrankte Kinder

Da Kinder ihre Beschwerden oft nicht so gut äußern können und mit einer ständig laufenden Nase große Probleme haben, ist hier die Umsicht der Eltern gefragt.

Nasensekretsauger für leichtere Atmung
Wenn Ihr Kind nicht gut schnauben kann, können Sie ihm die Atmung erleichtern, indem Sie überschüssiges Sekret mit einem Sauger abziehen.

Einreibungen erleichtern Atmung ebenfalls
Einreibungen des Brustkorbs und der Stirn mit aetherischen Ölen tun Kindern ebenfalls gut und erleichtern das Atmen.

Paracetamol gegen Fieber und Schmerzen
Gegen Fieber und Schmerzen hilft Paracetamolsaft für Kinder.